Hochwies - Vel'ké Pole und Paulisch - Pila Forum

Zwei Dörfer im Hauerland (Mittelslowakei)
#1

Volkstumsarbeit

in Gemeinden Hochwies und Paulisch 10.06.2008 20:54
von Dominik • 1.990 Beiträge

Unsere Volkstumsarbeit in der Slowakei – Deutsch-Proben, Kremnitz, Hochwiesen

Meine Erinnerungen an unsere Einsätze in diesen deutschen Sprachinseln der Slowakei beginnen mit dem Kennenlernen von Max-Udo Kasparek. Er, Jahrgang 1900, Schüler der Landwirtschaftsschule Leitmeritz, war in der Notzeit seiner ersten Berufsjahre Adjunkt auf ungarisch-jüdischen Gütern in der Slowakei, konnte aber später eine Wirtschaftsberatung des Deutschen Kulturverbandes für die Deutsch-Proben-Kremnitzer Sprachinsel einrichten. Er erzählte von der teilweise großen Armut in den volkreichen deutschen Dörfern; daraufhin führten die Familien des Brünner WV im Winter 1935/36 eine große Kleidersammlung durch. In unserem Hause in der Steingasse 21 wurde von fleißigen Mädeln und Müttern viele Abende, ja Tage, Kleidung instandgesetzt, geordnet und gepackt.
Während der Semesterferien Feber 1936 machte Max mich mehrere Wochen hindurch mit den Verhältnissen in der Sprachinsel bekannt. Ich sah nicht nur die ins Bergland gebetteten, eigenartig langgestreckten Waldhufendörfer, sondern bekam auch mit der dortigen Jugend Fühlung.
Die Vorfahren der Siedler waren vornehmlich als Bergleute ins Land gekommen, was in den Ortsnamen zu erkennen war, wie Fundstollen und Zeche. Deutsch-Proben selbst hatte ehemals Gold-Proben geheißen. Andere Ortsnamen endeten auf -hau: Schmiedshau, Glaserhau, Krickerhau im Zusammenhang mit der damaligen Urwaldrodung.
Im Talgrund längs des Baches zog sich die lange Straße, an der beiderseits die Hausgiebel aufgereiht waren; von dort die Berghänge hinauf die Felder, dahinter der Wald. Die alten Häuser waren noch aus vollen Stämmen gezimmerte Blockhäuser, mit Holzschindeln gedeckt und mit eigenartigen Schopfgiebeln.
Die Dörfer waren überaus volkreich, Krickerhau z.B. hatte über 7000 Einwohner und war an die 10 km lang. Durch vielfache Erbteilung waren die Felder oft zu kleinsten „Handtüchern“ zerschnitten. Das war eine arge Notlage. Ich erlebte, wie ein junger Schmiedshauer, aus Palästina zurückkehrend, berichtete, daß dort Land besiedelt werden könnte. Um ihn scharten sich an die 30 junge Männer, bereiteten die Auswanderung vor – nicht ohne vorher zu heiraten. Dieses mutige Wagnis brachte allerdings große Enttäuschung.
Landnot war überhaupt eine Ursache für schicksalentscheidende Schritte. Jeden Sommer zogen von hier Landarbeiterkolonnen nach Österreich, Ungarn und dem Deutschen Reich oder als Winzer zu Preßburger und anderen Weinbauern. Etliche hatten diese Sommereinsätze dazu genutzt, um in Ungarn Güter ausfindig zu machen, die abgewirtschaftet hatten. War so eines entdeckt, taten sich junge Familien zusammen, liehen sich zu den eigenen Ersparnissen von der Verwandtschaft Geld und kauften. Jahrelang arbeiteten und lebten sie gemeinschaftlich. Erst wenn sie aus dem Gröbsten heraus waren, teilten sie auf und bauten jeder Familie einen eigenen Bauernhof. Die schwere Aufbauarbeit ließ ihnen keine Zeit, mit ihrer Herkunftsheimat Verbindung zu pflegen. Auf sich allein gestellt ohne Hinterland, konnten sie ihr Deutschtum nicht bewahren. Schon in der Generation ihrer Kinder ging es verloren.
Ein anderes eindrucksvolles Erlebnis war eine Freundschaftsfahrt der Schmiedshauer Jugend zu den niederdeutschen Siedlern nach Tscherman. Jene begingen damals das fünfundsiebzigjährige Jubiläum ihrer Ankunft aus dem Hannoverschen und Oldenburgischen. Wir wurden überaus herzlich empfangen; die Verständigung war allerdings eigenartig und bezeichnend für das Sprachenschicksal der hierher geholten Niederdeutschen. Es war ihnen eine eigene deutsche Schule vorenthalten worden, und die Ungarn hatten vor dem 1. Weltkrieg die Schulpflicht zur rücksichtslosen Madjarisierung mißbraucht, so daß die damaligen Schüler das Schulmadjarisch untereinander als Umgangssprache behielten. Späteren Schülern wurde ähnlich das Slowakische aufgezwungen. Erst die letzten Jahrgänge, die eine Schule des Deutschen Kulturverbandes erreicht hatten, konnten Schriftdeutsch, und mit ihren Altersgefährten sprachen sie es auch. Jede Altersstufe wäre von der anderen sprachlich getrennt gewesen, wenn sie nicht das häusliche Platt zusammengehalten hätte. Die Festgäste aus Schmiedshau konnten kein Platt. Sie waren jedoch von ihren Ernteeinsätzen außerhalb ihrer Heimat anderer Sprachen mächtig, und so war dieses Fest, bei dem alle Herzen deutsch schlugen, erfüllt von den vielfältigen Lauten der Nachbarvölker. Unvergeßlich wurde auch der abendliche Tanz. Die mir bekannten Tanzformen steigerten sich zum Schlüsse im Tschardasch geradezu zur Ekstase.
Zurück zu den Deutsch-Probner Dörfern! Ihre Mundart war ganz altes Deutsch, unser W wurde noch als B gesprochen, und so hieß der Wald dr Bojt, und das Wasser hieß ’s Bossar. Schwierig war es mit den Familiennamen. Es waren so gut wie alle miteinander verwandt, und die Namen, auch die Vornamen, wiederholten sich oft, ja sogar mehrmals. Die Personen konnten nur durch ihre Spitznamen unterschieden werden. Verwirrung brachten überdies chauvinistische slowakische Pfarrer. Diese trugen z.B. den kleinen Sohn eines Deutschen namens Schreiner auf slowakisch mit Stolar ein, so daß dieses Kind, wenn es sich später ausweisen sollte, einen slowakischen Namen hatte und mit dem Vater und den älteren Geschwistern gar nicht verwandt schien.
In Hochwies wurden die Namen ganz eigenartig ausgesprochen. So hörte ich von Greguschtobires Motzbäuchl und bekam erst später heraus, daß er Gregor Tobias getauft war. (Übrigens fand dieser 1945 bei uns in Brünn Zuflucht, mit einer Gruppe, die den kommunistischen Mordbanden entkommen war.)
Hochwies hatte nur zwei Handvoll Häuser um die Kirche, aber ringsum waren die früheren Bergalmen zu Wohnplätzen geworden. Sie hießen die Stauben: Müllerstaube, Maxstaube, Waldmaxstaube ... Teilweise hatten sie über 200 Einwohner.
Von dort kamen auch die meisten Schulkinder. Einmal fragte ich einen flachsblonden Buben nach seinem Namen, da sagte er: „I bin dr Max Kleinmax von dr Waldmaxstaubn“.
Bei Lehrer Herbert Chrobok wohnte ich mehrere Tage. Er, sudetendeutscher Herkunft, entbehrte unter den viel schlichteren Sprachinselmenschen den geistigen Austausch und wurde mir sehr anhänglich.
In Hochwies, an die 3 Stunden von der nächsten Eisenbahnlinie entfernt, konnte man das Gefühl großer Verlassenheit bekommen, andererseits waren dort Dinge lebendig, die man in anderen Landschaften ganz vergeblich gesucht hätte, z.B. Truhen; diese wurden damals noch wie vor Jahrhunderten aus ungesägten, mit der Axt aus dem Baum gespaltenen und bebeilten Brettern ohne Leim und Eisennägel gefügt und in Kerbschnitt mit altertümlichen Zeichen geschmückt. Das sechsteilige Sonnenrad kehrte immer wieder, und ein ganz besonderes Ornament war die Sonnenscheibe über einem spitzen Berg. Dieses stammt womöglich von den Goten her. Diese Sonne über dem Berg ist sonst nirgends in deutschen Gauen zu finden, aber das Grabmal des Gotenkönigs Theoderich in Ravenna ist damit rundum in einem fast 40 m langen Fries geschmückt.
Die Blockhäuser hatten unter dem Schindeldach einen ganz schlichten Grundriß. In der Mitte: Eingangsflur mit Herd und einer Vorratskammer; dahinter waren links in einem durch die ganze Hausseite gehenden Raum Vieh und Geräte untergebracht, rechts war die Wohnstube, auch die ganze Hausbreite füllend. Sie war für alle, jung und alt, mit einem Bett für die Eltern, die anderen schliefen auf dem großen Ofen oder auf den an den Wänden rundum stehenden Bänken.
Über dem schweren Bauerntisch, der eine ganze Ecke ausfüllte, sah ich in der Weihnachtszeit ein Tannenbäumchen am Deckenbalken hängen, sein unteres Ende stak in einem roten Apfel, so schwebte es wie ein Lebensbaum, aus der Erdkugel wachsend. Wenn die Lichter brannten, drehte es sich leicht, und sein Glanz schien überirdisch!
Erstaunlich war, daß Hochwies mit den nur wenigen Häusern rund um die Kirche Marktrecht besaß.
Es war wohl gerade das Heu von den Wiesenhängen eingebracht, da kamen unzählige Händler mit Wagen und Kasten und stellten ihre Buden auf die freigewordenen Flächen. Anderntags strömten Tausende, von weit herkommend, hier zusammen, um alles das zu kaufen, was sie nicht selbst erzeugen konnten.
Auf den Gehöften bemühten sich unsere Mädeln auch, Säuglingspflege zu vermitteln. Der Aufenthalt war aber zu kurz, um wirklich bleibenden Erfolg zu haben.
Wirklich fruchtbar war das Singen mit der Jugend. Schani (Franz Schandera), der ein Jahr später dahin kam, erzählte, wie er von den Berghängen unsere Lieder heruntertönen hörte. In Paulisch sangen wir während des Gottesdienstes. In Hochwies spielten wir Theater.
Alles hier Geschilderte erlebte ich teils als Vorreiter allein, teils bei unserem WV-Einsatz im Sommer und während des darauffolgenden großen Winterlagers in Hochwies 1936/37.
Im Sommer 1936 waren mit dabei: Roderich Manlik, Toni Edinger, Rudl Prochaska, Karl Beschorner, Raimund Lefenda, Adele Sapper, Hella Theimer, Gerti Singule, Adi Killian (Troppau), Rolf Kosetschek/Kremser und in nachbarlicher Zusammenarbeit eine Wiener Mädchengruppe.
Ernest Potuczek-Lindenthal
entnommen dem Buch Brünner Wandervogel – Geschichte und Darstellung, Waldkraiburg 1985


Hochwies und Paulisch
Hochwies und Paulisch sind zwei ehemalige deutsche Dörfer, die zum Hauerland gehören, aber ca. 40 km vom geschlossenen Hauerland entfernt liegen. Die nächste Stadt für diese Gemeinden war Königsberg an der Gran (Novä Baňa).
Köningsberg gehörte zusammen mit Kremnitz, Schemnitz, Neusohl, Dilln, Pukanz und Liebethau zu den 7 niederungarischen Bergstädten
Im Jahre 1337 kamen Bergleute aus Kremnitz und Pukanz nach Königsberg. Die Stadt ist bereits im Jahre 1345 zu einer Freien Königlichen Bergstadt erhoben worden.Anfangs förderte man grosse Mengen Goldes. Je weiter man in die Tiefe gehen musste, desto grössere Probleme tauchten mit dem Wasser auf, bis der Bergbau letztendlich völlig eingestellt worden ist.
Im Jahre 1721 führte Isak Potter die Wasserpumpe ein. Es kam zu einer Belebung des Bergbaus, die Fördeung war aber mit den Fördermengen des 14 Jahrhunderts nicht zu vergleichen.
Beide Dörfer liegen zwischen dem Trebič-Gebirge, dem Vogelgebirge und dem Schemnitzer Gebirge.Unterhalb des höchsten Heimberges der Dörfer, dem Reichenberg, entspringen etliche Bäche, die dann entweder von der Neutra oder der Gran aufgenommen werden. Neutra und Gran münden in die Donau.
Die beiden Dörfer sind von zwei Tälern aus erreichbar. Zum einen über Serpentinen vom Grantal aus über die Stadt Scharnovitz, zum anderen vom Neutratal aus über das Dorf Oslany.
Die Besiedelung der beiden Dörfer hängt mit zwei ziemlich früh gegründeten Klöstern zusammen. Damals, im13.Jahrhundert, lagen die wichtigsten Verkehrswege entlang der Flüsse, und so waren auch an den Flüssen Gran und Neutra Klöster entstanden.
Es handelt sich um das Kloster Sankt Benedikt im Grantal über das bekannt ist, dass sich in ihm seit dem Jahr 1075 eine Goldschmiede befunden hat. Das deutet darauf hin, dass in den Flüssen Gold gefunden worden ist und zum Teil auch im Tagebau abgebaut wurde.
Das zweite Kloster war das Kloster Zobor im Neutratal. Seit dem Jahre 1111 befand sich auf dem Berg Zobor das älteste Benediktinerkloster des Heiligen Hypolits.
Einige Herzöge der Arpaden wohnten in dem Kloster, wie Bela, Gejza und Ladislav.Dieses Kloster kümmerte sich um die Besiedlung der Umgebung, also auch um die deutschen Kolonisten.
Die erste deutsche Siedlungswelle hängt mit der Verwüstung des Landes durch die Einfälle der Tartaren in den Jahren 1242/42 und mit den Bemühungen Königs Bela IV. zusammen, das Land wieder neu aufzubauen.Wegen der seitens des Königs in Aussicht gestellten Privilegien kamen Kaufleute, Unternehmer, Handwerker, Bauern, Köhler und andere Facharbeiter ins Land.
So wurde die Mittelslowakei ein Land, das von den “Pergstädten” geprägt war, wie damals gesagt wurde.
Die zweite Welle der deutschen Siedler steht mit der Zeit des Königshauses der Anjou in Zusammenhang, nämlich mit Karol Robert von Anjou und dessen Sohn Lajosch I. dem Grossen.Die Siedler versammelten sich zuerst in den Städten, die damals schon teilweise geschützt waren.
Erst später ließen sie sich auch in den in der Nähe der Städte liegenden Dörfern nieder.
Nicht nur Königsberg, sondern auch Schemnitz hatten Einfluss auf die Besiedlung der Dörfer Hochwies und Paulisch.
Hochwies wird erstmals im Jahre 1332 erwähnt. Damals wurde der Mönch Mathias mit einer Steuerabgabe von 4 Groschen belegt.
Das Dorf hiess “Penetum Pratum”,deutsch Hochwies, Heuwiese. Bereits 1352 findet man aber auch die slowakische Bezeichnung “Velka Polya”.
Das Dorf bestand aus zwei Teilen. Der eine Teil gehörte den Paulinern, der andere der Herrschaft der Burg Revište.Änlich wie bei Hochwies findet sich auch sehr früh der slowakische Name “Píla”.
Jahrhunderte lang war die Geschichte der beiden Dörfer mit der Geschichte des Pauliner Ordens verbunden. Die Pauliner hatten ihren Sitz im Kloster der Pauliner in Lefantovce bei Neutra.
In den komenden Jahren, hauptsächlich nach der Schlacht bei Mohutcs im Jahre 1526, beginnen die räuberischen Überfälle der Türken. Deshalb ist es im Jahre 1539 zu einer grossen Abwanderung der Deutschen gekommen. Danach kamen immer häufiger Plünderungen durch die Türken vor. Ein grosser Überfall der Türken erfolgte im Jahre 1631.
Die Hochwieser haben aber auch Widerstand geleistet. Im Jahre 1663 verteidigten sich die Hochwieser gegen die Türken und siegten bei der “Hochwieser Schanz”.
Im Jahre 1667 erhielt das Dorf von Kaiser Leopold das Marktrecht und den Titel Oppidum, was wörtlich “befestigte Stadt” hiess.Das Marktrecht bedeutete für den Ort die Genehmigung zur Abhaltung von sieben Auslägemärkten und sieben Viehmärkten. Den Titel Oppidum bekam das Dorf als Anerkennung für seine Verteidigung gegen die Türken.
Die Unruhen, die von 1550 bis 1700 dauerten, verursachten im Lande grosse Schäden, mit dem Bergbau ging es bergab. Diese Unruhen verursachten nicht nur wirtschaftliche Schäden, sondern auch den Rückgang des Deutschtums. Vor allem die Stadt Königsberg wurde in dieser Zeit stark slowakisiert.Die Dörfer Hochwies und Paulisch blieben ob ihrer grossen Entfernung von der Stadt von der Slowakisierung verschont.
Wegen des Rückganges des Bergbaus mussten sich die Einwohner auf die Landwirtschaft umstellen, was bei der schlechten Bodenqualität wenig Erfolg brachte.
Im Jahre 1715 beschäftigte man sich in Hochwies vorwiegend mit Landwirtschaft, und nur 14 Familien betrieben ein Handwerk. Zur gleichen Zeit beschäftigten sich in Paulisch 42 Familien mit einem Handwerk als Hauptberuf.
Die erste aus Holz errichtete Kirche gibt es in Hochwies im Jahre 1511. Die erste Visitation fand im Jahre 1561 statt.Damals hatte das Dorf veschiedene Namen ”Altum Pratum-Hochwies-Pälosnagymezö-Velyka Polya”.
Später, in den Zeiten der Reformation hatten sich protestantische Pfarrer durchgesetzt. Bekannt ist Prediger Georgius Michalec aus dem Jahre 1588. Seit dem Jahre 1617 ist die aus Bruchsteinen errichtete neue Kirche bekannt und wird im Jahre 1619 von einem katholischen Priester betreut. Seit 1674 ist die Gemeinde katholisch. Die letzten Protestanten kehrten im Jahre 1802 zur katholischen Konfession zurück.
Paulisch wurde von den Mönchen des Paulinerordens betreut. Erst nach der Gründung des Bistums Neusohl im Jahre 1787 wurde Paulisch eine selbstständige Pfarrgemeinde.
Neben der von den Paulinermönchen betreuten Kirche gab es auch Unterricht.Über eine Schule wird zwischen dem 17. und dem 18. Jahrhundert berichtet. Im Jahre 1788 waren zwei Lehrer an der Schule tätig.
Seit 1874 ist die allgemeine Schupflicht auch in Ungarn eingeführt worden.Der Staat übernahm die Verantwortung über die Schulen. In dieser Zeit wurden mehrere Schuljahre in einer Klasse gemeinsam unterrichtet. Man kann sich heute kaum vorstellen, wie schwer der Unterricht - im Vergleich mit dem heutigen – gewesen ist. Im Vergleich dazu, dass die Schulpflicht erst ein paar Jahrzente lang eingeführt worden war und bereits Erfolg hatte, waren die Schwierigkeiten mit der Unterbringung mehrerer Jahrgänge in einer Klasse klein.
1902 ist in Hochwies auch eine Kreditgenossenschaft - Raifeisenkasse - gegründet worden. Im Jahre 1931 liess sich der erste Arzt im Dorf nieder. Er betreute um 7000 Menschen.
Zu Beginn des 20.Jahrhunderts zählte Hochwies 3278 Einwohner, Paulisch 1796. Wie in anderen Hauerlanddörfern waren mehr als 90% der Bevölkerung Deutsche. Nach dem Krieg (Stand von 1960) gab es in Hochwies nur 750 Einwohner und in Paulisch 500.
Hochwies war damals so gross wie Ober-Stuben, Glaserhau, Deutsch-Proben. Wenn man dazu noch den Titel Oppidum hinzufügt, waren alle Voraussetzungen für eine günstige Entwicklung vorhanden.
Seit 1914 hatte das Dorf eine Poststation. Die Post wurde täglich von Scharnowitz nach Hochwies gebracht. Diejenigen, die Aussenhöfe besaßen, mussten bis zum nächsten Sonntag warten. Für sie wurde die Post vor der Kirche verteilt.
In den 30er Jahren wurde ein Deutscher Kulturverband gegründet.Dieser kümmerte sich nicht nur um die dörfliche Kultur, sondern unterstützte auch begabte Studenten bei ihrem weiteren Studium.
Nach dem ersten Weltkrieg war auch Msgr. Jakob Bauer im Hochwies als Kaplan tätig. Er organisierte u. a. Schulungen für die Jugendlichen in Tschechien und Mähren. Seit 1935 gab es auch einen Kindergarten,den der Deutscher Kulturverband gegründet hat. Wie überall im Hauerland war die Unterrichtssprache in unseren Dörfern Deutsch.Die meisten deutschen Lehrer kamen aus dem Sudetenland, wofür man sich bei den Sudetendeutschen Lehrern herzlich bedanken muss. Sie organisierten nicht nur den Unterricht, sondern auch das ganze kulturelle Leben im Dorf.
Aus heutiger Sicht kann man sagen,dass das Dorf mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet gewesen ist, was für manch anderes Hauerlanddorf nicht typisch war. Die Dörfer im geschlossenen Hauerland bekamen diese Unterstützung von den Städten.
Die Städtchen Hochwies und Paulisch hätten sich noch lange ihr Deutschtum bewahrt, wenn….
Nach der sanften Revolution versuchte man auch hier einen Ortsverein zu gründen. Es war aber nicht das notwendige Interesse vorhanden.Das gilt bis heute.Gilt für diese beiden Gemeinden der trauriger Satz “es war einmal eine deutsche Gemeinde”?

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