Hochwies - Vel'ké Pole und Paulisch - Pila Forum

Zwei Dörfer im Hauerland (Mittelslowakei)
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Das Hauerland

in Das Hauerland 10.06.2008 20:51
von Dominik • 1.990 Beiträge

Das Hauerland ist eine Sammelbezeichnung für die ehemaligen deutschen Sprachinseln der Mittelslowakei, vor allem für jene um die Städte Kremnica (Kremnitz/ung. Körmöcbánya), Nitrianske Pravno (Deutschproben/ung. Németpróna) und Veľké Pole (Hochwies/ung. Nagymezö). Diese Bezeichnung hat sich an Stelle von Einzelbegriffen (wie Kremnitz-Deutschprobner Sprachinsel) Ende der 1930er-Jahre durchgesetzt. Sie stammt wahrscheinlich von Josef Hanika und wurde von Ambros Grosz propagiert.
Entstanden sind die deutschen Ortschaften im 14. Jahrhundert.



Das Hauerland
Das in der mittelslowakischen Gebirgswelt liegende einstige deutsche Siedlungsgebiet, das im besonderen um die Städte Kremnitz und Deutsch-Proben mehr Ortschaften hatte, in seiner früheren Ausdehnung aber die Brücke zwischen dem Preßburger Deutschtum und der Zips bildete, bezeichnen wir seit den 30er Jahren dieses Jahrhunderts als Hauerland. Hier weisen eine Reihe von Ortsnamen im Grundwort die Silbe - hau auf: Glaserhau, Neuhau, Schmiedshau u. a. Hauen ist ein aus dem Forstwesen stammender Ausdruck und bedeutet dasselbe wie roden (mhd. ruiten = urbar machen). Diese Benennung deutet also unzweifelhaft darauf hin, daß diese Siedlungen auf urbar gemachtem Land entstanden sind, und wir können daraus auch gewisse Schlüsse auf die Herkunft der ersten Siedler ziehen, denn Ortsnamenformen mit den eben genannten Endsilben treten nur häufiger im mitteldeutschen Gebirgsraum auf, wie z. B. Keilhau im Thüringer-Wald oder Schreiberhau im Riesengebirge.
Daß nicht sämtliche Ortsbenennungen in diesem Gebiet auf “hau" enden, könnte zu der Meinung führen, daß die anderen Orte nicht zu denjenigen gehören, die wir mit dem Sammelbegriff “Hauorte" bezeichnen. Siedlungslage und Flurformen ergeben jedoch bei allen Orten jeweils dasselbe Bild: Längs des Baches und Weges reiht sich Haus an Haus, hinter den Häusern schließt sich in derselben Reihenfolge in langen, bis an die Flurgrenze reichenden Streifen der bäuerliche Grundbesitz an. Die auf solche Art angelegten Dörfer bezeichnet man als Reihen- oder Waldhufendörfer. So sind Gaidel, Bries oder Zeche auf die gleiche Art entstanden wie Kuneschhau.
Zur Zeit der Entstehung unserer Hauorte gehörte das Land entweder dem König oder einem weltlichen oder geistlichen Grundherrn. So wurden die Orte um Kremnitz auf königlichem Besitz angelegt. Deutsch-Litta gehörte jedoch zum Graner Erzbistum, Münichwies zum Turzer Konvent in Kloster, die Orte im oberen Neutratal lagen im Besitztum der Weinitzer Burgherren. Der jeweilige Besitzer beauftragte seinen Vertreter, den Pachtvermittler oder den “Locator" damit, ein angemessenes Waldstück roden zu lassen und zu besiedeln. Dabei wurde die Anlage des Dorfes festgelegt und den Siedlern eine Hofstätte nebst einem Stück Rodungsland zugesprochen, das groß genug war, eine Bauernfamilie zu ernähren (etwa 15 bis 20 ha). Dieser Besitzstreifen, “Hufe", oder “Lahnen" genannt, war ungefähr so breit wie die Hausanlage selbst, erreichte aber häufig eine beachtliche Länge, denn der gesamte Besitz an Grund und Boden, also Wiese, Feld und Wald verteilte sich darauf.
Nach Art der Waldhufendörfer verbreitete sich diese Form der Anlage im Zuge der Ostkolonisierung vom deutschen Mittelgebirge aus über die Sudeten bis zu den Karpaten. Die langgestreckten Hufen eigneten sich ganz besonders zur Feldbestellung mit dem Räderpflug, den die Siedler mitbrachten. Die Hufe wurde zuerst nach dem Ahnenerbrecht auf den ältesten oder jüngsten Sohn vererbt. Durch fremden Einfluß setzte sich mehr und mehr die Erbteilung durch, die durch immer erneute Aufteilung des Grund und Bodens an sämtliche Erben eine Verarmung des Bauernstandes bewirkte.
Der Bauer war nicht, wie es den Anschein hat, der wirklicher Besitzer seines Grundstücks, sondern nur dessen Nutznießer. Er hatte verschiedene Abgaben zu leisten, die zu ganz bestimmten Zeiten - zu Georgi oder Michael - teils in Naturalien, teils in Geld entrichtet werden mußten. Die Dörfler von Kuneschhau waren verpflichtet je Hufe eine “halbe Mark Königsdenar", zwei Scheffel Weizen, Hülsenfrüchte und Hafer abzuliefern. Neuen Ansiedlern wurden zur Erleichterung einige - in der Regel sechzehn - Freijahre gewährt.
Der Lokator ist in der Regel zum Dorfschulzen - Ortsvorsteher - bestellt worden. Er erhielt eine oder mehrere abgabenfreie Freihufen, die von den Dorfbewohnern bebaut werden mußten, ferner den Zins von einem Zehntel, Siebentel oder Sechstel aller Hufen und die Erlaubnis zum Betrieb einer Mühle, einer Schmiede oder Schusterwerkstatt und vor allem die Schankrecht. Der Schulze übte die niedere Gerichtsbarkeit aus, wofür er Gebühren erheben konnte. Das Richteramt ist erblich gewesen, konnte aber an andere Personen verkauft werden.
Der Lokator hatte dem Grundherrn gegenüber die Pflicht, bei Neugründungen die vorher geplante Anlage des Dorfes zu respektieren, es innerhalb der festgesetzten Frist zu besiedeln und die festgelegten Abgaben von den Zinspflichtigen fristgemäß einzutrieben und abzuführen.
Die deutschen Dörfer erhielten bei ihrer Gründung das deutsche Recht ihrer Heimat, nach dem der Richter mit seinen Schöffen urteilte. Laut vorhandener Urkunden bedienten sich die Dörfer des Hauerlandes vorerst des Silleiner Rechts, das auf dem Breslauer bzw. dem Magdeburger Stadtrecht basierte.

Die Landgemeinden des Hauerlandes
Das Hauerland zerfiel in zwei große Siedlungsgebiete: eine nördliches um Deutsch-Proben und ein südliches um die Bergbaustadt Kremnitz. Südlich davon lagen noch die Gemeinden Paulisch und Hochwies mit ihren zahlreichen sog. Staudensiedlungen. Diese Staudensiedlungen haben nichts mit Pflanzen zu tun, sondern sind voneinander weit abgelegene Einzelhöfe, Weiler. Im Lauf der Zeit wurde in den Hauerlandgemeinden das Deutschtum immer geringer, aber 24 Dorfgemeinden bewahrten sich bis 1945 ihren deutschen Charakter.
Für die Besiedlung des Hauerlandes war die Gründung von Kremnitz von eminenter Bedeutung. Kremnitz ist im Jahr 1328 durch König Karl Robert von Anjou aus wirtschaftlichen und politischen Gründen zur Stadt erhoben worden. Kurz darauf wurde es eine der bedeutendesten ungarischen Bergbaustädte und erlangte europäische Bedeutung. Die durchschnittliche Jahresproduktion an Gold erreichte im 14. Jahrhundert 400 kg. Hussitenkriege, Türken und Aufstände trugen am Verfall des Bergbaus Schuld. Im ursprünglich deutschen Kremnitz gab es aber im 18. und 19. Jh. schon eine Bevölkerungsmehrheit von Slowaken und Ungarn. Von 4306 Einwohnern im Jahr 1900 waren 1950 Deutsche, 1485 Slowaken und 858 Ungarn. In der 1. Tschechoslowakischen Republik sank der Anteil der deutschen Bevölkerung auf weniger als 20% ab.
Die älteste erhaltene Urkunde einer deutschen Gemeinde im Kremnitzer Gebiet stammt aus dem Jahr 1342 und bezieht sich auf Kuneschhau. Die älteste von Kremnitz gegründete Siedlung ist Johannesberg, das erstmals 1361 erwähnt wird. Auch die Gründung der Gemeinde Blaufuß ist auf Kremnitz zurückzuführen. Diese hoch im Gebirge gelegene Ortschaft liegt auf 880 m Seehöhe und wird erstmals 1422 in Dokumenten erwähnt. Blaufuß und Kuneschhau sind aufgrund der letzten Volkszählung vom Jahr 1991 die einzigen Gemeinden in der Slowakei, in denen der prozentuelle Anteil der Deutschen bis heute bei mehr als 20% der Einwohner liegt und die deswegen mit zweisprachigen Ortstafeln beschidert sind. Die Gemeinde Deutsch Litta, die unter die Herrschaft des Bischofs von Hl. Kreuz gehörte, gewann durch die Rodung von Wäldern im Lutilatal ihren Boden. Bis zu Ende des Zweiten Weltkieges waren in dieser Gemeinde 99% der Einwohner Deutsche. In der Nähe von Kremnitz wurde nach dem Vorbild der schlesischen durch Rodung entstandenen Siedlungen Honneshau gegründet. 1845 waren von den 1412 Einwohnern 1409 Deutsche. In dem der Stadt Kremnitz zugeteilten Umkreis von 2 Meilen gab es auch zwei Ortschaften, die schon zu Turz gehören: Ober- und Unterturz. Ihre erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1371. Im nordwestlichen Teil des Kremnitzer Gebietes des Hauerlandes liegt Glaserhau. 1360 schlossen die Herren von Mutna mit Peter Glaser über die Gründung der Ortschaft nach dem Silleiner recht eine Vereinbarung. Die nördlichste Gemeinde des Kermnitzer Gebietes ist Oberstuben. Laut Gründungsurkunde ist der Ort im Jahr 1390 nach dem Karpfener Recht gegründet worden.
Einen gewissen Übergang zwischen dem Kremnitzer Teil und dem Deutsch-Probener Teil des Hauerlandes bilden die Orte Drexlerhau, Neuhau und Krickerhau. Die Siedlungsform mit den entlang des Weges angelegten Häusern mit ihren langen, sich bis an die Waldgrenze erstreckenden Feldern, deutet auf eine Besiedlung nach dem schlesischen Muster des 14. Jahrhunderts hin. Die erste schriftliche Erwähnung von Drexlerhau stammt aus dem Jahre 1487. Neuhau liegt in einem engen in Richtung Hl. Kreuz abfallenden Tal zwischen dem Kremnitzer Gebirge und dem Vogelgebirge. Über seine Entstehung und die erste Zeit seiner Entwicklung sind uns keine Dokumente erhalten geblieben. Die größte Gemeinde des Hauerlandes war Krickerhau. Laut Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1367 liegt die Gemeinde in einem stark bewaldeten zur Burg Weinitz gehörenden Gebiet. Der Aufschwung der Stadt wurde am stärksten von der Förderung der dort lagernden Braunkohle, die von ausgezeichneter Qualität ist, beeinflußt, mit deren Abbau nach 1910 im Großen begonnen worden ist.
Zentrum des zweiten Gebiets des Hauerlandes ist Deutsch-Proben. Die Entstehung der Gemeinde läßt sich mit dem Jahr 1337 oder kurz davor datieren. Die Goldwäsche, deren Erträge aber die Erwartungen nicht erfüllt haben, ist der Impuls zur Gründung der Gemeinde gewesen. Die kleinste Gemeinde des Hauerlandes ist Bettelsdorf. Die erste zuverlässige Erwähnung stammt aus dem Jahre 1424. Ein Bestandteil Deutsch-Probens ist heute Beneschhau. Über die Gemeinde wurde erstmals im Jahre 1414 geschrieben. Im nördlichsten Teil des Tales der Oberneutra liegt Gaidel. Bereits zu Ausgang des 14. Jahrhunderts wurde die erste Kirche gebaut. Im geräumigen nebenliegenden Tal liegt Schmiedshau. Indirekte Beweise deuten auf die Gründung der Gemeinde um das Jahr 1350 hin. Westlich von Schmiedshau liegt Fundstollen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1614. Der Kreis der Gemeinden um Deutsch-Proben schließt im Südwest Zeche. Es war im Jahr 1339 von deutschen Bergleuten gegründet.
In das Deutsch-Probener Gebiet des Hauerlandes gehören noch die drei in Turz liegende Gemeinden: Hedwig, Bies und Münnichwies. Hedwig wurde am Ende des 14. Jahrhunderts auf dem Boden der Herrschaft von Windisch Proben gegründet. Das benachbarte Bies wird erstmals 1392 erwähnt. Der nördlichste Ort des Hauerlandes ist Münnichwies. Diese Gemeinde ist an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert gegründet worden.
Die südlichsten deutschen Dörfer des Hauerlandes an der Scheide des Vogelgebirges und Tríbec sind Paulisch und Hochwies. Paulisch war anfangs Teil von Hochwies und ist bereits im Jahr 1332 bekannt.

Der Bergbau und das Wirtschaftsleben
Im Wirtschaftsleben spielten in der Vergangenheit die "Sieben Niederungarischen Bergbaustädte" Kremnitz, Schemnitz, Dilln, Neusohl, Königsberg, Pukanz und Libethen eine sehr wichtige Rolle.
Die Entdeckung des Goldreichtums in der “Vollen Henne" bei Kremnitz wurde bald zum Inbegriff des Erzreichtums der Mittelslowakei. Nachdem in Kremnitz die königliche Münze eingerichtet worden war, wurde von hier aus das Geldwesen des ganzen Landes geleitet. Wer heute noch einen Kremnitzer Dukaten besitzt, der hält mehr als ein altes Goldstück in der Hand, das einst im ganzen Abendland die Silbermünze abgelöst hat.
Als im 15. Jahrhundert die Ergiebigkeit des Silberabbaus stark zurückging, gewann die Kupferförderung in Neusohl an Bedeutung. Für die Kupferförderung waren aber kostspielige neue technische Einrichtungen nötig geworden, außerdem mußte als erstes einmal der Silbergehalt vom Kupfererz geschieden werden. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden die Familien Thurzo aus Leutschau und Fugger aus Augsburg gerufen. Während Jakob Fugger mittels Großhandel und Bankwesen in Neusohl ein Großunternehmen schuf, das weit über die Landesgrenzen hinaus von eminenter Bedeutung gewesen ist, eignete sich Johannes Thurzo in Venedig das Geheimnis der Scheidekunst an und konnte alsbald auch in Neusohl durch Bleizusatz das Silber vom Kupfer scheiden. Die Folge dieser Neuerung war ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung, der unseren “Waldbürgern" großen Wohlstand brachte. Wo aber Reichtum und Großmut miteinander gehen, dort blühen Kunst und Kultur auf, dort werden die Lebensverhältnisse der schaffenden Menschen sehr bald verbessert, dort erwacht das soziale Gewissen und läßt das Leben für alle lebenswert erscheinen. Von jener glücklichen Zeit zeugen noch die schönen Kirchen und Kapellen wie auch die stolzen Burgen mit ihren reichen Kunstschätzen. Wenn wir daran denken, daß die Handelswege der damaligen Zeit bereits von Neusohl über Krakau bis nach Danzig oder über Sillein und Teschen nach Antwerpen oder über Wien nach Nürnberg und Venedig führten, dann werden wir die Bedeutung der deutschen Leistung im Hauerland erst richtig begreifen können. Der Bergbau ist hier zuerst von Deutschen betrieben worden, die dadurch das Hauerland zur reichsten Provinz des damaligen Ungarn gemacht haben.
Nachdem der Bergsegen im 18. Jahrhundert nachgelassen hatte und der Bergbau verfiel, wurde die Bevölkerung arm. Aber die Hauerländer ließen sich trotzdem nicht so leicht unterkriegen. Da sie es vordem mit Bienenzucht und Seidenbau vergeblich versucht hatten, gingen sie zur Schaf- und Viehzucht über. Doch auch diese warf nicht die Erträge ab, die für ein bescheidenes Auskommen erforderlich waren. Mit schier unsäglichem Fleiß mußten sie daher auf ihren Klein- und Kleinsthöfen arbeiten, um dem kargen Ackerboden das tägliche Brot abzuringen. Darüber hinaus waren sie bestrebt, als Wald- und Holzarbeiter ihre Lebensgrundlage zu verbessern. Seit Menschengedenken blühten im Hauerland die Volkskünste: Holzschnitzerei, Töpferei, Weberei, Stickerei und Klöppelei. Eine neue und weit bessere Erwerbsquelle bildeten seit Anfang dieses Jahrhunderts die Krickerhauer Kohlenbergwerke, denen sehr bald Elektrizitätswerke angeschlossen worden sind. Diese Kohlengruben waren mit den modernsten Maschinen der Zeit ausgerüstet und beschäftigten 2500 Arbeiter und 150 Angestellte und Beamte. Ihre Jahresförderung betrug 750.000 Tonnen.
Obwohl noch chemische Werke, Brauereien, Mühlen und Anlagen für die Holzindustrie hinzukamen, mußten immer noch viele männliche Dorfbewohner sommers in die Fremde ziehen, um dort als Landarbeiter für den Winterbedarf ihrer Familien vorzusorgen. Dies galt besonders für die Münnichwieser, die man deswegen auch die Schwalben des Hauerlandes nannte, nur flogen sie im Frühsommer aus, um im Herbst ins heimatliche Nest zurückzukehren.
Ein altes Wort - aus bitterer Erfahrung geboren - kennzeichnet treffend das harte, entbehrungsreiche Leben der Kolonisten, wenn es der ersten Generation den Tod, der zweiten die Not und der dritten erst das Brot in der neuen Heimat verheißt. Die Siedler im Waldgebiet der Mittelslowakei haben dabei sicherlich keine Ausnahme gebildet. Ihr Los war um so schwerer, als den von ihnen gegründeten Orten keine ruhige Entwicklung beschieden war, und das so mühsam Errungene in den häufigen Kriegswirren nur zu oft wieder in Schutt und Asche versank.



Aus der Geschichte
Auch die gewährten Freijahre und Privilegien, die die Waldroder in erster Linie bewogen hatten, in das fremde Land zu ziehen, konnten ihnen nur bei der Anlage der Orte und die erste Zeit danach fühlbare Erleichterungen bringen, denn die Grundherren haben es sehr wohl verstanden, diese Sonderstellung mehr und mehr einzuengen und schließlich ganz zu beseitigen.
Weitaus schlimmer als die Abhängigkeit von der Grundherrschaft waren die Kriegszeiten, die alle Ansätze einer erfreulichen Aufwärtsentwicklung immer wieder zunichte machten. So waren kaum hundert Jahre seit der Rodung des Waldes vergangen, als die hussitischen Heerscharen, die alles, was deutsch war, rücksichtslos vernichteten und auf ihrem sechsten Zug in die Slowakei unserer Sprachinsel verheerenden Schaden zufügten. Auch von den Machtkämpfen, die nach dem Tode König Sigismunds entbrannten, wurden Teile des Hauerlandes in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahre 1439 fielen die Polen in die Slowakei ein und verheerten weite Gebiete, darunter auch das obere Neutratal. Der damalige Burgheer von Weinitz, Leonhard Noffry, wandte sich an Kremnitz, dessen Grenzen bis an sein Gebiet reichten, um Hilfe, die von der Stadt auch gewährt worden ist.
Und wiederum hundert Jahre später, im ausgehenden 16. Jahrhundert und das ganze 17. Jahrhundert hindurch, erschütterten erneut Unruhen das Land. Ihre Wogen schlugen bis in die sonst so stillen Bergtäler. Zunächst waren es die Türken, die den Orten Verderben brachten. Bereits im Jahre 1530 drang eine türkische Abteilung in das Gebiet der oberen Neutra vor, brandschatzte die Orte und schleppte Gefangene sowie Vieh mit sich fort. Im Jahre 1599 wiederholten sie ihren Raubzug und verbreiteten noch mehr Unheil und Schrecken, Priwitz, Deutsch-Proben und die ganze Umgebung wurden verwüstet, die Bewohner in die Gefangenschaft getrieben, das Vieh weggenommen. Auf diesem Zuge kamen die Türken auch nach Krickerhau. Die Bevölkerung, die von dem Schicksal der übrigen Gemeinden vernommen hatte, flüchtete bei ihrem Anmarsch in die Wälder, und nur Kranke und Alte blieben im Ort. Als die Türken wieder abgezogen waren, fanden die Rückkehrer die Häuser ausgeraubt und niedergebrannt und die zurückgebliebenen Menschen ermordet. Auch die Kirchen lag in Schutt und Asche und wurde bis zum Jahre 1603 wieder neu aufgebaut.
In den Jahren 1605 und 1606, zur Zeit des Aufstandes von Stefan Bocskay, der mit den Türken gemeinsam gegen den Kaiser zu Felde zog, wurde das Gebiet erneut von Kriegsvolk, sowohl von Türken, als auch von Kaiserlichen heimgesucht. Deutsch-Proben ist abermals eingeäschert worden.
Aber auch die Gemeinden, von denen keine direkten Unterlagen über die Türkenkriege erhalten geblieben sind, sind nicht verschont worden, denn im Volke leben überall noch Sagen und Erzählungen über diese Zeit fort. So zeigte man in Drexlerhau noch türkische Gräber und Brücken, und auch in Schmiedshau sollen der Sage nach im “Türkengraben" türkische Soldaten, die die Kirche geschändet und beraubt hatten, ihr Ende gefunden haben. In Hochwies, das in diesen Zeiten wiederholt heimgesucht worden war, zeugten der “Türkengraben" und die “Schanz" von den Kämpfen, die hier stattgefunden hatten. Auf ihrern Raubzügen wählten die Horden vom Neutratale aus den Weg über Hochwies, um zu den Bergbaustädten zu gelangen, in denen sie besonders reiche Beute erwarteten.
Wie dringend notwendig ruhige Zeiten zur Behebung der vielseitigen Schäden und zum weiteren Aufbau nach diesen Jahren der Drangsal auch gewesen wären, dem Hauerland wurden sie nicht beschieden. Schon kuze Zeit später brachten die Aufstände der ungarischen Fürsten Gabriel Bethlen und Georg Rákóczy neue Wirren mit sich. Die Bergbaustädte mußten sich den Aufständischen unterwerfen, um die Gruben vor der Vernichtung zu bewahren. Aber auch die Landgemeinden wurden vom Kriegsvolk arg in Mitleidenschaft gezogen. Im Ort Zeche haben diese Ereignisse in der Sage vom “Kurutzensumpf" ihren Niederschlag gefunden.
Nach dem Siege durch die Kaiserlichen (1678) gab es auch noch keine Ruhe im Land. Bereits 1703 flammte ein neuer Aufstand auf, diesmal geführt von Franz Rákóczy. Nun wurden die Truppen des Kaisers bei Altsohl geschlagen (1703) und zogen über Krickerhau nach Priwitz. Die Kurutzen folgten ihnen auf dem Fuße. Wie es in der Gemeinde zugegangen sein mag, lassen die Anmerkungen im Krickerhauer Geburtenregister ahnen. Nach der letzten Eintragung vom 22. August 1703 lesen wir da folgendes: “Im September, Oktober, November, Dezember, Januar - zur Zeit der Aufstände - sind viele getauft, aber nicht eingetragen worden." Da die nächste Taufe erst wieder am 6. Februar 1704 verzeichnet ist, waren die Kirchenbücher wohl versteckt worden.
Es waren aber nicht nur kriegerische Ereignisse, die die Siedlungen in ihrem weiteren Aufbau hemmten und um die Früchte jahrzehntelanger Arbeit brachten. Nur zu oft wurden sie von Naturkatastrophen aller Art heimgesucht. Am häufigsten und furchtbarsten wütete das Feuer, das in den strohgedeckten Häusern früherer Zeiten reiche Nahrung fand und oft ganze Siedlungen in Asche legte.
Aber auch Wolkenbrüche und Überschwemmungen brachten großes Unglück. So in Glaserhau 1875 und 1940, in Krickerhau 1813 und 1907 , als die Mühlen besonders arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, und auch 1926. Außerdem wurde die Ernte wiederholt durch Hagelschlag vernichtet. In Kuneschhau konnte 1741 nur leeres Stroh in die Scheunen gefahren werden. Im gleichen Jahr brach im Dezember ein Unwetter los, das Häuser abdeckte und viel Schaden anrichtete. Oberstuben hatte 1927 einen Hagelschlag zu verzeichnen und Krickerhau 1931 wobei der Hagelschlag in einem 200 bis 300 Meter breiten Streifen von Nordwesten nach Südosten über das Zentrum der Gemeinde zog und dabei Eisstücke in der Größe von Taubeneiern gefallen sind. Innerhalb von 15 Minuten war ein Schaden von 250.000 Kronen entstanden. Der Staat gewährte den betroffenen Bauern eine Beihilfe von insgesamt 9000 Kronen.
Am schwersten sind die Hauerländer aber in den Jahren 1944-1947 heimgesucht worden. Im Herbst 1944, während des Slowakischen Aufstands, wurden die deutschen Zivilisten der Gemeinden Glaserhau, Hochwies und die deutsche Minderheit der Stadt Rosenberg durch Massaker hart betroffen. Nach diesen schrecklichen Ereignissen waren die meisten Karpatendeutschen bereit, sich nach dem Westen evakuieren zu lassen. Viele haben versucht, nach dem Krieg in ihre Heimat zurückzukehren, wurden aber genauso wie die in der Heimat Verbliebenen, in Lager gesteckt, ihrer Habe beraubt und 1945-1947 ausgewiesen. So waren 90 % der Karpatendeutschen gezwungen ihre alte Heimat - die Slowakei - zu verlassen.

Die Mundart
Die Mundarten gehörten zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen einer Minderheit. In den Mundarten der Karpatendeutschen ist die Vergangenheit und die Kultur des 800-jährigen Bestehens der deutschen Minderheit in der Slowakei enthalten.
In jedem Dorf wird eine eigene Mundart gesprochen. Es scheint so, auch wenn keine schriftliche Quellen aus den Zeiten zur Verfügung stehen, in denen die Deutschen eingewandert sind, daß jedes Dorf von Deutschen aus verschiedenen Gebieten Deutschlands besiedelt wurde.
Die Leute aus den einzelnen Dörfern verstehen sich untereinander. Die eingewanderten Deutschen haben ihre Sprache mitgebracht, die sich dann aber etwas anders entwickelt hat, als die deutsche Sprache im Mutterland. Die Deutschen hier verstehen sich untereinander, aber nur schwer mit Deutschen, die nur des Hochdeutschen mächtig sind.
Man kann die Entwicklung der deutschen Sprache in mehrere Etappen einteilen:
Althochdeutsch - von 700 bis 1050
Mittelhochdeutsch - von 1050 bis 1350
Frühneuhochdeutsch - von 1350 bis 1550
Neuhochdeutsch - ab 1550.

In der Regel gehören die Dialekte in die mittelhochdeutschen Sprache. Es lassen sich aber auch Sprachregeln finden, die aus dem Althochdeutschen stammenen. Die Vorfahren der heutigen Deutschen kommen aus den Ländern Bayern, Franken, Schwaben und Österreich.
Wie sich die deutsche Sprache in den einzelnen Hauerlandsdialekten unterscheidet, zeigt die nachfolgende Tabelle.

Kuneschhau Gaidler Mittelhochdeutsch Hochdeutsch
eeben äwer aeber schneefreie Stale
Okamu Ackermo Ackermann Ackermann
oken ackn ackern ackern
pluub ploo bla blau
praan praan breiten breiten
prenga prenga breugen bringen
gonz ganz ganz ganz
Gdullt Gdoltt Gedolt gedult
Gloch Glach Gelach Gelächter
Gullt Golt Golt Gold
grae grei greinen weinen
Grenz Grenez Greniz Grenze
Graumt Grond Grund Grund
Hell Hell Hell Hölle
Huchzaet Hochzät Hochzit Hochzeit
nokait nackit nocket nackt
uubes owäa obes obst

Die Tabelle betreffend ist zu erwähnen, daß die kuneschhauerische Mundart zu den ältesten Mundarten gehört und die gaidlerische Mundart zu den jüngsten und so der hochdeutschen Sprache am nächsten kommt.
Es läßt sich eine mehr oder weniger gute Entwicklungstendenz der deutschen Sprache der einzelnen Mundarten über das Mittelhochdeutsche bis zur hochdeutschen Sprache verfolgen. Vor allem sind es die Zwielaute in der kuneschhauer Mundart, die zum Beispiel in der gaidler Mundart nicht so oft vorkommen.
Wo liegen also die Hauptunterschiede zwischen der hochdeutschen Sprache und den Hauerlandmundarten.

1. Vorsilben
Hochdeutsch hauerländisch
be- p, pi, pu, po
ent at, int
er dr, dar
ge g, ga, gi
ver vr, var, ve
zer z. zo. Zu

2. Nachsilben
-ben -m
-gen, -ken -ng
-ig, -isch -eh, -ih
-lein -la
-er, -en fiel in Mundarten aus

3. das B der hochdeutschen Sprache wird in den Mundarten als P gesprochen
Beispiel Paesspiell

4. das W wird als B gesprochen
wo warst du gewesen beu baust deu gebest

5. F und V werden als W gesprochen
Father Wota

6. a) o wird oft als u
b) a als o
c) o als äu gesprochen.

7. Die Hauptwörter erhalten als Verkleinerung ein A (all)

8. Steigerung
groß größer am größten
greuß grißa am grißten

Das sind nur einige Regeln, die man in den Mundarten finden kann. Selbsverständlich gibt es auch andere und jede Regel hat wieder Ausnahmen.
Um die Unterschiede der einzelnen Mundarten wahrnehmen zu können, sind in der folgenden Tabelle einige Wörter zusammengestellt.

Deutsch Schmiedshau Krickerhau Kuneschhau

Abend oomt öhmt uumt
Arbeit Oabet Oabt Aubet
Atem Oon Ohn Uun
baden poon Pohn Poon
Erdberen Peja Pean Paja
Blume Pluum Plume Pleum
Braut Praut Praut Praot
Brot Proot Pruut Preut
deutsch daitsch dautsch daetsch
Fleisch Wlaasch Wlasch Wlaasch
Frosch Wroosch Wrosch Wruusch
Gewicht Gbecht Gbecht Gbicht

Die Volkskultur
Es ist interessant festzustellen, daß so wie in den Dialekten auch in den Trachten Unterschiede zwischen einzelnen Dörfern vorhanden sind, die dem Dorf das ganz charakteristische Bild gegeben haben. Die Frauen des Hauerlandes haben auch immer versucht sich schön zu kleiden und auf diese Art auf sich Aufmerksam zu machen. Im Vergleich zu den Trachten der Männer waren die Frauentrachten sehr reich geschmückt.
Ein markantes Symbol der Tracht der Frauen aus der Umgebung von Deutsch-Proben besteht in einer Haube die als Gold- oder Silberhaube getragen worden ist. Diese silbernen oder goldenen Hauben wurden nur zu festlichen Anlässen getragen und waren ein Zeichen des Familienstandes. Ein anderes Attribut war die Bluse (Moidala), die aus weißem Baumwollstoff gefertigt wurde. Auf der Moidala wurde das Leibchen (Prauslek) getragen. Das Prauslek ist in der Mitte geschlossen und mit etlichen Verzierungen geschmückt. Manchmal unterscheiden sich die einzelnen Dorftrachten gerade durch die Moidala. Der Rock (Kaitl) besteht aus Taft, der einfarbig oder mit verschiedenfarbigen eingewebten Blumen geschmückt ist. Über dem Rock wird die Schürze (Schjetzl) getragen, die meist aus zum Rock passenden Seidenstoff gearbeitet worden ist. Die Männer haben es viel einfacher gehabt. Ihre Festtagskleidung bestand aus einem Hemd, auf dem eine Weste (Prußlek) getragen wurde, dazu gehörten Jacke und Hose.

Im deutschen Sprachgebiet in der Umgebung von Kremnitz und Deutsch-Proben hat sich ein großer Reichtum an alten Volksüberlieferungen aus verschiedenen volkskundlichen Bereichen erhalten, so auch aus dem Bereich des Volksliedes. Es gibt kaum eine deutsche Liedgattung, die hier nicht vertreten war, begonnen bei einfachen Totenklagen bis hin zu kunstvoll gestalteten geistlichen Liedern, von neckischen Vierzeilern bis zu ergreifenden Abschiedsliedern, von köstlichen Proben edelsten Liedgutes bis zu neuzeitlichen Schlagern.
Alles Sangbare wurde aufgezeichnet und dem überlieferten Liederschatz hinzugefügt. Die Sprachinsel war ein Sammelbecken für das deutsche Liedgut mehrerer Jahrhunderte. Dieser außerordentliche Bedarf an Liedgut hängt zweifellos mit den soziologischen Verhältnissen im Sprachgebiet zusammen. Das Jugendleben spielte sich in den stark in sich geschlossenen Gruppen der Burschenschaften oder Jugendschaften ab, die fest organisiert gewesen waren und regelmäßige Zusammenkünfte hatten, an die sich ein besonderes Brauchtum anschloß, bei dem das Lied eine große Rolle spielte.
Viele Männer aus der Kremnitzer Umgebung waren seit je in der Grube (Bergwerk) beschäftigt. Die Bergleute pflegten das geistliche Bergmannslied. Vor jeder Fahrt unter Tage wurde gemeinsam ein solches Lied gesungen. Aber auch das weltliche Lied kam nicht zu kurz, wenn die Bergleute nach der “Schicht" beim Branntwein beisammen saßen. Ein hier bekanntes Bergmannslied heißt: “Glück auf, Glück auf, der Huttmann kommt..."
Im Verlauf des Jahres sind zu verschiedenen Anlässen ganz bestimmte Lieder gesungen worden, z. B. wenn die junge Ehefrau nach der Hochzeit auf ihren Haarschmuck verzichten mußte und statt dessen die Haube bekam, oder wenn die jungen Burschen im Frühjahr in die Fremde zogen und dann ein Liebeslied oder ein Abschiedslied sangen. Wie anderswo auch, lobte man in Deutsch-Proben ebenfalls sein Städtchen und seine Mädchen:
“Deutsch-Proben est a schene Stadt
Sest net beit wu Pribetz
Drena sai weje schene Mad
Spateta went niemetz."
Ein allgemein verbreitetes Lied war das vom gefangenen Zeisig:
“Ich bin einmal spazieren gangen
In den Wald in aller Früh.
Hab ich mir ein Zeiselein gefangen
Über alle Maßen schön."
Mehr als anderswo war hier das Volkslied ein Gemeinschaftslied. Es erklang überall bei der gemeinsamen Arbeit, in der Spinnstube, bei der Heuernte und im dunklen Schacht des Berges. Das Volkslied pflegen, hieß hier zugleich die Dorfgemeinschaft und damit die Sprachgemeinschaft pflegen.




Jahresablauf und Brauchtum
Im Brauchtum des Hauerlandes stand zwar das Bergmannsleben im Vordergrund, doch wurden Hochzeits- und Weihnachtsbräuche alte Maurersitten, Frühlingsfeste und Sonnwendfeiern gleicherweise gepflegt. Allein etwa 50 alte Volksspiele sind uns überliefert worden.
Neujahr: Schon in den frühesten Stunden des neuen Jahres zogen Knaben und Burschen von Haus zu Haus und trugen Hausmutter, Hausvater und der Tochter Sprüche vor, die gute Wünsche für das neubegonnene Jahr beinhalteten. Die Hausbewohner beschenkten dann die Knaben mit Gebäck und Geldstücken, während den älteren Burschen “Prompei" - Schnaps gereicht wurde.
Hier einige der traditionellen Naujahrswünsche:
“I boi sch' binsch'n a
glecksetigs neus Joa. Os boi a besses sei
os dos v'rgongana.
I boi sch' binsch'n an rot'n Tisch
of d'r Mett'n gebock'n Fesch
of i'ds Seit a Flosch voi bei -
ora olla boit lostig sei.


E, boä re scho benschen
e bas net bo,
greift es Säckä ond
get me bo.

I bensch enk a
glickliches Neies Joa,
a pessas bi es alte boa:
Viel Glick ond Segn
ond an Peitl voll Geld
danem."
Heilige Drei Könige: Ein Brauch, der wohl am beispielhaftesten in der Slowakei gepflegt worden ist, war die um den Dreikönigstag stattfindende Häuserweihe. Mannigfaches war damit verbunden, wenn “Hochwürden" von Haus zu Haus ging und seinen Besuch abstattete. Das war auf jedem Fall ein Erlebnis. Wen beglückte es nicht, wenn “Hochwürden" beim Scheiden auf seine Haustür schrieb: “Kaspar, Melchior und Balthasar".
Fasching: In Kuneschhau ging es zu Fasching sehr stürmisch zu. 10-20 Burschen zogen mit einer Streichmusikkapelle von Haus zu Haus. Die Faschingstänzer gingen ohne Jacke, trugen aber dafür einen Hut auf dem Kopf, der reich mit Blumen geschmückt war. Sie trugen auch noch einen Stock und eine Flasche Schnaps mit sich und gingen nur in solche Häuser, in denen herangewachsene Mädchen wohnten. Die Musik spielte vor dem Haus ein Lied und dann ging es hinein. Mit dem ersten Tanz wurde die Hauswirtin geehrt, die zum Schluß von den Burschen so hoch wie möglich gehoben wurde, was bedeutete, daß ihr Flachs so hoch wachsen möge, wie sie gehoben worden ist. Beim nächsten Tanz suchte sich jeder Bursche ein Mädel, das dann dem jeweiligen Burschen einem Schluck Schnaps gab. Als Lohn gab es von der Hauswirtin Speck, Wurst, Schinken und dergleichen, die dann auf den Stock aufgespießt wurden. Anschließend spielte die Musik wieder einen Marsch und es ging hinaus. Das dauerte bis in den späten Abend hinein.

Der Palmsonntag: Die Leute brachten Palmkätzchensträuße in die Kirche mit, um sie weihen zu lassen. Einen Teil der geweihten Zweige stellten sie daheim im Herrgottswinkel auf, andere wurden im Friedhof auf die Gräber gelegt. Ein Zweig auf dem Acker sollte die Ernte gut gedeihen lassen.
Gründonnerstag: Es wäre schon sehr interessant, zu wissen, wie der Brauch des Gloria-Waschens entstanden ist. Am Gründonnerstag läuteten um 9 Uhr früh die Glocken in Kirchen und Kapellen. Da gab es ein Laufen. Jeder rannte zum Bach oder zu seinem Brunnen. Bevor das Läuten aufhörte, mußte man sich gewaschen haben.
Karfreitag: Der Karfreitag galt als stiller Tag. Da wurde nur getratscht, weil die Glocken nach Rom geflogen waren. Die jungen Mädchen aber konnten die Zeit kaum erwarten, zu der die Glocken wieder erklangen; sie liefen dann zum Bach, um sich zu waschen, damit sie keine Sommersprossen bekämen.
Ostern: Ostersonntag, ein geheiligter Tag. Die Speisen wurden zum Segnen an den Altar gebracht. Burschen und Mädchen gingen um den Altar herum, zum Opfergang. Die Reihenfolge der Burschen richtete sich nach dem Besitz, die der Mädchen nach ihrer Körpergröße. Am Nachmittag kamen dann alle zu einem Schmaus zusammen, jeder brachte etwas Kuchen oder Getränke mit. Am späten Abend gingen die Mädchen nach Hause, und die Burschen warteten auf das Geläute der dritten Morgenstunde, womit das Zeichen zum Baden gegeben war. Dann wurden die Mädchen aus dem Bett geholt und mit Parfüm oder ein paar Eimern Wasser aufgeweckt. War ein Bach oder ein Brunnentrog in der Nähe, wurden sie rücksichtslos hineingetaucht. Zum Schluß gab es für die Burschen Schnaps und Kuchen.
1. Mai: In der Nacht zum 1. Mai wurden vor dem Wirtshaus und dem Schulhaus Maibäume gesetzt. Die Burschen legten den jungen Mädchen Blumensträuße ins Fenster. Die Anzahl der Sträuße zeigte, in wie hohem Maß sie beliebt und begehrt waren. Für einen schüchternen jungen Mann war das eine willkommene Gelegenheit, die Angebetete auf sich aufmerksam zu machen. Alte Jungfern wurden nicht so vewöhnt, ihnen wurde nur ein dürrer Zweig ins Fenster gelegt.

Johannisfeuer: Mädchen und Jungen stellten sich in ihrer Tracht um den Johannisbaum. Der Älteste unter ihnen mußte den Baum mit einem Strohbündel anzünden. Unterdessen tanzten die Mädchen um den Baum herum einen Reigen. So lange der Baum lichterloh brannte, wurde gesungen. War der Johannisbaum soweit heruntergebrannt, daß man rüber ihn springen konnte, nahm sich jeder Bursche das auserwählte Mädchen und versuchte sein Glück. Kam das Paar gut hinüber, wurde es übers Jahr getraut, so hieß es.

Vorweihnachtszeit: Der Brauch des Anzündens des Adventskranzes war auch in unserer Heimat bekannt. Aber neben diesem schönen Brauch pflegten unsere Vorfahren an verschiedenen Tagen der Vorweihnachtszeit noch viele andere Bräuche.
4. Dezember: Barbaratag. An diesem Tage steckten die Mädchen Kirschezweige ins Wasser und wenn sie am heiligen Abend aufblühten, konnte das Mädchen im kommenden Jahr seine Hochzeit erwarten.
6. Dezember: Nikolaustag. Bei Anbruch der Dunkelheit zog der heilige Nikolaus mit dem “Krampus" von Haus zu Haus, ermahnte die Kinder fleißig und liebevoll zu sein. Artige Kinder beschenkte er, faule und freche Knaben züchtigte der Krampus.
12. Dezember: Luza. Die Luza war im Brauchtum eine Art Hexe, die den Kindern Angst einflößte. Um nun im kommenden Jahr keine Angst vor Hexen und Teufeln haben zu müssen, teilte der Vater außer Honigtee an jedes Familienmitglied noch einige Knoblauchzehen und Nußkerne mit Honig aus, die die Angst vor Hexen und vor allem vor der Luza nehmen sollten.


Weihnachten: In vielen Orten gab es am heiligen Abend "Lok`tsch`n und Frahoida". Alles in allem ein “Menü" mit X-Gängen. Vor den Lok`tsch`n wurden Feld- und Gartenfrüchte gegessen, angefangen bei Getreidekörnern über Zwiebeln, Knoblauch bis hin zu Äpfeln und Nüssen. Die Äpfel mußten durchgeschnitten werden. Wurde dabei ein Apfelkern zerschnitten, so sollte im kommenden Jahr mit einem unangenehmen Ereignis in der Familie gerechnet werden.
Bevor man sich zum Tisch setzte, an dem man besonders am Heiligen Abend bis zur Beendigung des Essens ruhig sitzenzubleiben hatte, bekam das Vieh von der Mahlzeit zu kosten.
Wohl die schönste Kindheitserinnerung wird es für manchen sein, daß er nach diesem Festessen nicht ins Bett mußte, sondern mit zur Christmette gehen durfte.
Gelobt sei Jesus Christus.
E boä re scho benschen
en gottseleng heileng
Omt,
ole re bet gewrein
em neigeporen
Jesulein

Silvesternacht: Die neugierige Jugend wollte ihre Zukunft durch das Bleigießen erfahren. Die Wünsche zun Neuen Jahr hörten gar nicht auf - Kinder, Erwachsene und Einzelpersonen kamen und brachten ihre Glückwünsche dar.

Einige Hochzeitsbräuche:
Unsere Großltern haben sich nicht wie wir in den heutigen Tagen bei Tanz, Urlaub und auf der Straße kennengelernt, sondern beim Stricken, Federschleißen und anderen Arbeiten. In kleineren und größeren Gruppen fanden sich die Frauen zum Federschleißen zusammen. Die Burschen und Mädels kamen auch zu diesen Abenden und lernten sie sich auf diese Weise kennen.


Der Verlobung: Die Verwandten der Braut versammelten sich bei dieser. Der Bräutigam kam mit seinen Eltern, dem Wünscher und seinem Beistand. Die Bewirtung war Sache der Brauteltern, der Bräutigam dagegen stellte den Trank, in der Regel eine vier bis fünf Liter fassende Flasche mit süßem Schnaps. Der Wünscher sprach den "zeitlichen Wunsch", der jede Handlung einleitete, und anschließend den "Anspruch nach einem Platz und Raum", worauf er in umständlicher Weise den Zweck des Kommens darlegte. Auf die gleiche Art antwortete der Wünscher des Hausvaters. Nach der gemeinsamen Mahlzeit sollte die Braut geholt werden, die unterdessen in ihrer Kammer geschmückt worden war. Statt ihrer wurde ein kleines Mädchen, die falsche Braut, hereingeführt, die so tat, als ob sie die Auserwählte des Bräutigams wäre. Dieser wollte aber nichts von ihr wissen, denn seine Braut sei größer, schöner usw. Das Mädchen ließ sich aber nicht so leicht abweisen, und hielt ihm vor, daß er ihr die Ehe versprochen hätte. Schließlich gelang es doch, sie durch ein Geldgeschenk zu besänftigen und zum Abtreten zu bewegen.
Dann erst kam die richtige Braut mit ihren Begleiterinnen, die alle festlich geschmückt waren und brennende Kerzen in den Händen trugen. Sie bildeten einen Kreis, in dessen Mitte sich das Brautpaar stellte. Der Wünscher umfaßte die ineinander liegenden Hände der Brautleute und sprach dabei den Wunsch. Anschließend nahm er die Flasche vom Tisch, schenkte sich ein und sagte: “Wie fest ich dies Glas halte, so fest sollt ihr den Ehestand halten! Helf Gott!" Hierauf trank er, und reichte der Braut den Schnaps mit den Worten: “Trink dem zu, den Du am liebsten hast." Sie gab den Schnaps daraufhin an die Eltern weiter und nachdem diese getrunken hatten, an den Bräutigam. Mit dem Ehestandslied wurde die Verlobung beschlossen, die Gäste blieben noch beisammen, bis der Wünscher die letzte “Abdankung" gesprochen hatte.
Hochzeit: Man ist mehr und mehr davon abgekommen, Hochzeiten länger als einen Tag zu halten. Noch unsere Großeltern können darüber berichten, daß Hochzeiten 3, 4 und 5 Tage gedauert haben.
Mit der elterlichen Mitgift für die Braut wurde ein Umzug veranstaltet. Einerseits war das für den Bräutigam eine kostspielige Sache, mußte er doch jedesmal zahlen, wenn der Umzug angehalten wurde, andererseits brachte man der Braut ein Ständchen mit folgendem Wortlaut: “Raus Mar', raus! Dei gut'n Tag sei aus. Be'est b' deiner Mutt'r gesessen, hättst die guten Bissen gegessen. Raus Mar', raus, dein gut'n Tag sei aus." Lagen das ganze Jahr über die Trachten im Kleiderschrank oder in der Truhe, so wurden sie zu den Hochzeitsfesten angezogen.
Der wichtigste volkstümliche Brauch bei der Hochzeit war die “Behaubung" der Braut. Um Mitternacht wurde die Braut mit der Behaubung offiziell in den Kreis der Frauen aufgenommen. Im Kreise junger Frauen, unter Ausschluß der übrigen Gäste, wurde die Braut mit der “Koke", einer aus Gold und Silber bestickten Haube, geschmückt, die sie nun fortan als Symbol der verheirateten Frau tragen durfte.


Touristik im Hauerland
Wenn wir die Landschaft des Hauerlandes, dieses alten deutschen Sprachgebiets in der mittleren Slowakei, durchwandern, so finden wir dort landschaftlich sehr reizvolle Gegenden. Im Nordwesten beginnend, kommt man westlich von Münnichwies an ein Bergmassiv, in welchem als höchster Gipfel der Nasenstein 1352 m aufragt. Nicht einmal
2 km südlich davon erreicht man den Revan der 1205 m hoch ist. In seiner Nähe stößt man gen Westen auf den Gerstberg, gen Osten auf den Buchenkopf, den Mittelbachstein und den Käuligenberg. Unter den beiden letzteren erstreckt sich im Tal des Vricabaches die Ortschaft Münnichwies.
Den Schmiedshauer Bach von der Quelle nach Süden ungefähr 3 km entlang wandernd, gelangt man zum Rehberg mit 617 m. Westlich der sich lang dahinziehenden Straßensiedlung Schmiedshau ragen die Berge Kühberg und Dietrichköpfel empor. Am Fuße des letzteren erstreckt sich Fundstollen. Die Mitte des Gebiets Deutsch-Proben, wird vom Schmiedshauer-Bach und der Neutra durchflossen. Das Neutratal wird immer breiter, und man gelangt über die Ortschaften Klein-Proben, Zeche, Halbendorf, Untermaut, Nickelsdorf, Kanianka und Dubnica in eine fruchtbare landwirtschaftliche Gegend.
Südlich von Münnichwies führt der Weg über eine nahe Senke zum Wagenhals, einem Berg von 912 m Höhe. Südwestlich davon erreicht der Höhenzug mit dem Halleit seinen Gipfel. An seinem Fuß breitet sich die Gemeinde Hedwig aus und östlich von ihr, ungefähr
11/4 km Weges, Bries. Östlich von Beneschhau erhebt sich der sagenumwobene Vyšehrad mit 829 m. Östlich davon liegen die Ortschaften Käserhau, Rauden, Windisch-Proben und Kalmansdorf im Turztal. Das waren einst rein deutsche Ortschaften, die in letzter Zeit fast zur Gänze slowakisch sind. Sie bilden den Übergang in das Turzer Land, in dem von Norden nach Süden die Siedlungen Kloster unter dem Zniev, Moschendorf, Andreasdorf, Steinermühl, Latzendorf, Bad-Stuben liegen. Alle diese Ortschaften sind deutsche Gründungen, die später slowakisiert wurden. Östlich davon zieht sich die Große Fatra hin.
In der Umgebung der Gemeinden Unterturz und Oberturz, die durch ihren Waldreichtum sowie ihre Holzindustrie bekannt sind, haben wir westlich die Berge Hutten-Hübel und Stagelbusch, östlich den Oberschlag und die Freiung. Unter dem letzteren erstreckt sich die kleine Gemeinde Blaufuß in deren Nähe der Berg Blaufußer Stoß liegt. Zwischen den südlichen Ausläufern der Gemeinden Kuneschhau und Johannesberg ragt die “Volle Hänne" mit mehr als 900 m empor. Hier hat ein Jäger in einer erlegten Wildhenne, die ersten Goldkörner gefunden und einige Jahre später soll dann Kremnitz, die an Gold- und Silber reiche Stadt, gegründet worden sein. Westlich des Grundbaches, der von Kuneschhau nach Deutsch-Litta fließt, erhebt sich die Scheibe. Südlich davon kann man bei einer Gratwanderung über den Bernhardhübel den Hübel mit 884 m, erreichen. Höher als alle zuletzt genannten Gipfel ist mit etwa 1000 m der Kremnitzer Stoß.
Von Deutsch-Litta nach Süden führt der Weg durch den Kirchenwald und den unteren Teil des Grundbaches über Windisch-Litta in die Granebene. Um in die ehemals deutschsprachige Gegend zurückzugelangen, muß man nach Nordwesten abbiegen. Im Tal des Littabaches gelangt man über Drexlerhau zum Berg Hölle und eine Stunde Weges von dort auf den Hohen Wald. Beide Gipfel gehören schon zu dem Gebirgszug, der sich über den Dachselstein, Hohenberg und Krönlstein bis nach Glaserhau hinzieht. Hier wird er durch die Talsenke von Žiar unterbrochen.
Nun fehlt uns noch die große, über 6 km lange Siedlung Krickerhau, die der Mittelpunkt des Braunkohlenbergbaus ist. Das sich in einer breiten nach Norden hin offenen Talmulde erstreckende Krickerhau wird westlich vom Spitzberg und Donnerstein überragt. Letzterer erreicht die Höhe von 972 m. Beide Berge gehören zu den nördlichen Ausläufern des Vogelgebirges. Auf der Wanderung gegen Priwitz zu, führt der Weg durch die Ortschaften Ziegel und Sieben-Andreas nach Andreasdorf. Diese drei Gemeinden sind ebenfalls deutsche Gründungen, hatten aber in den letzten Jahren fast ausschließlich slowakische Bevölkerung.

Burgen und Bäder
Die Burg Orava ist im 13. Jahrhundert erbaut worden. Zu ihren bedeutensten Eigentümern gehörte Johannes Corvinus, Sohn des Königs Matthias. Seit dem 17. Jahrhundert war Burg Orava im Besitz der Familie Thurzo. Die Burg erhebt sich 112 m über dem Fluß Orava auf einem Felsten 112 m. Heute beherbergt der imposante Gebäudekomplex der Burg das "Oravské Múzeum" mit seinen beachtenswerten Sammlungen
Erste Zeugnisse über die Burg Altsohl gehen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Damals war die Burg schon ein Zentrum der neugebildeten königlichen Verwaltung. Die in der Stadt gelegene Burg Altsohl ist von König Ludwig I. 1370-82 nach dem Muster der zeitgenössischen italienischen Kastelle zum königlicher Wohnsitz umgebaut worden. Zu Zeiten der Türkengefahr ist sie Sitz der Berghauptmannschaft für die ungarischen Bergbaustädte gewesen. Nach der in den 60er Jahren erfolgten Restaurierung beherbergt diese Burg wertvolle Kunstsammlungen.
Die wichtigste historische Bergbaustadt in der heutigen Slowakei ist Schemnitz. Sein ehemaliger durch den Bergbau bedingter Reichtum spiegelt sich auch heute noch in der malerisch gelegenen Stadt in ihrer Bausubstanz alter Bürgerhäuser, die sich zum Teil auch heute in ihrem alten Schmuck präsentieren, wider. Sie war lange Zeit der Sitz der Kammergrafen, die das gesamte Bergbauwesen beaufsichtigten und leiteten. In Schemnitz wurde vor allem Silber abgebaut. 1762 ist dort die erste Bergbauhochschule der Welt gegründet worden. Im Stadbild fallen außer den historischen Kirchen auch das Alte und das Neue Schloß auf, die museale Sammlungen beherbergen. Schemnitz ist aus seiner Tradition heraus auch Sitz des Bergbaumuseums, das am Rande der Stadt ein Freilichtmuseum hat, in dem auch Führungen Unter Tage angeboten werden. Schemnitz ist in das UNESCO-Verzeichnis des Weltkulturerbes aufgenommen worden.
Nicht weit von Schemnitz entfernt befindet sich der Ort St. Anton mit einer Klosteranlage, bei dessen Bau die Symbolik des Kalenderjahrs beachtet worden ist. Im Ort befindet sich ein bekanntes Barocker Schloß mit dem Jagd- und Forstmuseum. Der Ort St. Anton ist Ausgangspunkt für viele Ausflüge in die herrliche Umgebung.
Ein anderer interessanter Ort Nahe Priwitz ist Weinitz mit seiner Burg, einem Thermal- und Heilbad und Tiergarten. Dieser kleine Ort wird jährlich von bis zu einer halben Million Besuchern besucht. Die Burg wird erstemals im Jahre 1113 erwähnt. Zu ihren bedeutendsten Eigentümern gehörten die Familien Thurzo und Familie Palfy. Derzeit befindet sich in der Burg ein vielbesuchtes Museum.

Zu den bedeutensten Bädern in der Mittelslowakei gehören: Dudince, Weinitz, Bad Stuben, Rajecké Teplice, Lubochna und Lúcky.
Dudince wird im Jahr 1284 erstmals erwähnt und ist seit 1777 als Thermalbad bekannt. Sein Mineralwasser ist hydrokarbonisiert-chloriert und hat eine Temperatur von 30 Grad C. In Dudince werden die Erkrankungen des Bewegungsapparats behandelt. Nicht weit entfernt von Dudince liegen die Mineralwasserquellen von Santovka und Slatina, die zu den beliebsten Tafelwässern der Slowakei gehören.
Weinitz (bereits oben erwähnt) verfügt über Thermalbäder, deren Wasser hydrokarbonisiert ist und Magnesium enthält. Es hat eine Temperatur 30-48 Gr. C. Behandelt werden Erkankungen des Bewegungsapparates und Nervenkrankheiten.
Nicht weit von der Stadt Sillein entfernt befindet sich am Bach Rajcianka das Thermalbad Rajecké Teplice. Das Wasser ist hydrocarbonisiert mit Calcium und Mangan angereichert und hat eine Themperatur von 39 Gr. C. Hier werden Krankheiten des Bewegungsapparates und Nervenkrankheiten behandelt. Westlich von Rajecké Teplice liegt der bei Bergsteigern beliebte Gebirgszug Sulov - ein unter Naturschutz stehendes Gebiet von einmaliger Schönheit.
Bad Stuben wird erstmals 1351 erwähnt. Im Jahre 1423 weilte hier König Sigismund zu einen kurzen Aufenthalt. Im 16. Jahrhundert gehörte Bad Stuben der Stadt Kremnitz. Im Jahr 1573 hat König Maximilian I. das Bad besucht. Das Wasser ist hydrokarbonisiert mit Schwefel, Calcium und Magnesium angereichert und hat eine Temperatur von 42 Gr. C. Es ist für die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Nieren geeignet. Im Bad befindet sich ein großer Park mit wertvollen Bäumen. Jedes Jahr im Sommer wird ein Musikfestival veranstaltet.
Zwischen den Städten Neusohl und Altsohl befindet sich Bad Sliac. Es gehört zu den jüngeren Bädern. Seine erste Erwähnung fällt in das Jahr 1690. Das Wasser hat eine Temperatur von bis zu 33 Gr. C und ist Schwefelhydrokarbonisiert. Es werden Herzkrankheiten behandelt. In diesem schönen Bad hat der berühmte slowakische Dichter Sladkovic sein Gedicht Marina geschrieben.
Nicht weit von Schemnitz entfernt liegt das Thermalbad Glasshütte, das im 15. Jahrhundert erstemals erwähnt wird. Kuriosität dieses Bades ist eine Höhle mit Thermalwasser, die das Schwitzloch genannt wird. In Glaßhütte ist die erste Amalgamationshütte der Welt errichtet worden, und 1787 hat hier ein Internationaler Kongreß von Hüttenleuten und Chemikern stattgefunden.
Südwestlich von Glashütte liegt Bad Eisenbach. Die slowakische Ortsbezeichnung - Vyhne - geht auf eine Eisenhütte zurück, der deutsche auf den Bach mit Spuren von Eisen. Bad Eisenbach ist im 16. Jahrhundert erwähnt worden. Das Wasser ist für die Behandlung von Reuma, Hautkrankheiten und anderem geeignet.

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